In diesem Artikel erfährst Du, was Adaptogene sind und wie Sie im Körper helfen können, die innere Ruhe zu finden. Zudem zeigen wir Dir, welche Lebensmittel Adaptogene enthalten.
Adaptogene gegen Stress - wie der Körper sein Gleichgewicht wieder finden kann
Ungefähr seit Mitte der 1950 machen die sogenannten Adaptogene von sich reden. Was im ersten Moment furchtbar wissenschaftlich, ja sogar chemisch klingt, hat allerdings einen völlig natürlichen Ursprung. Adaptogene sind nichts anderes als bestimmte Heilpflanzen, die dem Körper dabei helfen können, wieder ins Gleichgewicht zu kommen und stressresistenter zu werden. Doch welche Heilpflanzen und Naturprodukte verfügen über eine adaptogene Wirkung und wie wirken sie?
Stress reduzieren für die Gesundheit
Stress gehört in unserer schnelllebigen Zeit mittlerweile für viele Deutsche zu ihrem Leben dazu. Waren es in früheren Zeiten Kriege oder Hungersnöte, die die Menschen unter Dauerstress setzen, ist es heutzutage in vielen Fällen die Angst vor einem Jobverlust oder die Versorgung der Familie. Insbesondere berufstätige Mutter sind schnell durch die vielen Aufgaben, die sie bewältigen müssen, überlastet. Der Körper kann kurzen, unregelmäßigen Stress sehr gut kompensieren. Kurzer, unregelmäßiger Stress kann sogar ganz nützlich sein, denn durch die Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol werden Herzschlag, Blutzuckerspiegel und Blutdruck aktiviert, kurz - der Körper mobilisiert all seine Kraftreserven. Verbleibt der Körper aber über eine lange Zeit in diesem "Flucht- und Kampfmodus", zum Beispiel durch Probleme bei der Arbeit, und es fehlt die Zeit und die Ruhe, sich zu entspannen, die Batterien wieder aufzuladen, kann dieser eigentlich normale Vorgang schnell zu einem chronischen Dauerproblem und einer Erschöpfungsreaktion des Körpers führen, dem sogenannten Burnout. Hier können Heilpflanzen mit adaptogener Wirkung eine gute Hilfe darstellen. Der wissenschaftlich klingende Name leitet sich allerdings aus den englischen Wörtern "to adapt", also übersetzt "sich anpassen". Anfang der 1950 ziger Jahre wurde der Begriff von dem russischen Wissenschaftler Nicolai Vasilevich Lazarev in Umlauf gebracht. Er belegte durch Studien, dass bestimmte Pflanzen und Pilze aktive Stoffe wie zum Beispiel Flavonoide, Terpene und Polysaccharide enthalten. Diese Pflanzenstoffe können dem Körper helfen, alltägliche Stresssituationen zu bewältigen. In einer Studie aus dem Jahr 1969 der Forscher Brekhman und Dardymov zeigte sich ebenfalls deutlich, dass diese Pflanzenstoffe in der Lage sind, die Widerstandskraft gegen Stresssituationen deutlich zu erhöhen.
Adaptogene gegen Stress
Dauerstress ist für viele heutzutage kein Fremdwort mehr. Dauerstress im Beruf, Dauerstress im privaten Bereich - nach einer Studie des Bundesgesundheitsamtes leidet mittlerweile schon jeder vierte Deutsche an den Folgen von Dauerstress. Leider lassen sich nicht immer alle Stressfaktoren aus dem Leben verbannen oder minimieren. In den Anfängen der Menschheit war die Stressreaktion gut und wichtig für das Überleben. Auch heute schützt uns die Stressreaktion noch in bestimmten Situationen. Das Gefühl, die Reaktion des Körpers ist ein wichtiger Bestandteil für das Überleben des Menschen in einer rauen, wilden Natur. Heute muss der Mensch zwar nicht mehr mit wilden Tieren und der Natur kämpfen, die Stressfaktoren allerdings haben sich auf andere Gebiete verlagert. Wer gestresst ist, erfährt eine Vielzahl an körperlichen Reaktionen. In stressigen Situationen schüttet der Körper vermehrt die Hormone Noradrenalin, Adrenalin und Cortisol aus. Diese erhöhen den Herzschlag, die Atmung und den Puls. In einer gefährlichen oder bedrohlichen Situation ist dies für den Körper nötig und gut, um den Körper zum Kampf oder zur Flucht bereitzumachen. Kommt es allerdings zum Dauerstress und der Körper verbleibt in dieser Flucht- und Kampfreaktion, kann dieser Dauerstress uns krank machen, zumal unser Körper eine Menge an Energie benötigt, um diese "Flucht- und Kampfbereitschaft" aufrechtzuerhalten. Die Folge von Dauerstress können gravierend sein. Gedächtnislücken, Konzentrationsschwierigkeiten und bleierne Müdigkeit sind nur die "harmlosesten" Schwierigkeiten, die Dauerstress verursachen kann, denn die ständige Ausschüttung von Stresshormonen führt auf die Dauer zu einem verschlechterten Wohlbefinden und im schlimmsten Fall zu ernsthaften Erkrankungen. Hier kommen die sogenannten Adaptogene ins Spiel, denn die Natur hält eine Reihe von natürlichen Stresskillern bereit. Adaptogene können resistent gegen Stresssituationen machen, beziehungsweise dem Körper dabei helfen, sich an die Auswirkungen von Stresssituationen anzupassen, also den Körper zu beruhigen.
Aber was sind sogenannte Adaptogene?
Ganz einfach ausgedrückt sind Adaptogene gesunde und wichtige Pflanzenstoffe, die dem Körper in stressigen Situationen helfen ruhig zu bleiben, beziehungsweise sich besser anzupassen. Diese Pflanzen sind vielen bekannt, allerdings meist nicht die Wirkweise mit dem beruhigenden Effekt. In der alten chinesischen Medizin und auch in der traditionellen indischen Medizin, Ayurveda genannt, setzt man seit Jahrhunderten auf die heilende Wirkung von Kräutern. Adaptogene Kräuter haben schon seit Jahrhunderten einen festen Platz in der Medizin und erwiesenermaßen beruhigende und kräftigende Wirkungen auf den menschlichen Körper. Adaptogene Produkte sorgen dafür, dass der Körper gegen chronischen Stress gefeit ist und sich dagegen wehren kann.
Welche Naturprodukte haben eine adaptogene Wirkung auf den menschlichen Körper?
Es gibt viele Pflanzen und auch Pilze, die eine adaptogene Wirkung auf den menschlichen Körper haben. Sie helfen Stress abbauen und können sogar die Widerstandskraft gegen Stresssituationen. Einige dieser Pflanzen möchten wir dir hier gerne etwas näher vorstellen.
1. Ashwagandha
Die Schlafbeere ist auch als Winterbeere bekannt und eine der wichtigsten adaptogenen Pflanzen. Sie wird auch gerne als indischer Ginseng bezeichnet. Die 30 cm bis 150 cm hohe, ausdauernde Pflanze kommt überwiegend in Afrika, aber auch auf den Kanaren, in Asien, auf Sizilien und Sardinien, Spanien, Griechenland sowie China und Mauritius vor. In der ayurvedischen Medizin gehört die Schlafbeere und ihre Wurzel zu den am häufigsten genutzten Arzneimitteln. Sie ist vielseitig einsetzbar, hat eine hohe Wirksamkeit und ist wegen ihrer guten Verträglichkeit sehr beliebt. Sie kann von ihrer Bedeutung in der Medizin mit dem Ginseng gleichgestellt werden, was den Spitznamen der Pflanze erklärt. Die Winterbeere kann unter anderem bei Stressbedingten Problemen, Entzünden, altersbedingten Gebrechen und bei Schlaflosigkeit eingesetzt werden. Die Schlafbeere oder der indische Ginseng kann den Cortisolspiegel, eines der Stresshormone des menschlichen Körpers, die Stressreaktion und die Stresstoleranz positiv beeinflussen, beim Entspannen zu helfen. Seit mehreren Jahrzehnten wird die Wirkung dieser Pflanze nun mehr schon erforscht. Bakterien bedingter, also oxidativer Dauerstress kann mit der Zeit Zellschäden in den Blutzellen verursachen. Bei Tests mit Mäusen und Ratten konnte dieser Prozess mit einem Extrakt aus der Schlafbeere aufgehalten werden. Der Extrakt der Schlafbeere konnte Mäuse in Studien ebenfalls vor stressbedingten Magengeschwüren schützen. Es liegen für die Wirkung der Schlafbeere nicht nur Tierversuche, sondern auch Versuche bei Menschen vor.
2. Ginseng
Der Ginseng, beziehungsweise Panax Ginseng, kommt in China, Korea und Sibirien vor. Die Pflanze ist unter anderem auch als Samwurzel, Kraftwurzel oder Gilgen bekannt. Um den Bedarf der Ginseng-Wurzeln für medizinische Produkte zu decken, wird der Ginseng mittlerweile weltweit angebaut. Die Pflanze wird schon seit Jahrtausenden von den Koreanern und den Chinesen verwendet und ist aus der traditionellen Medizin nicht mehr wegzudenken. Ginseng wird für sehr viele Probleme eingesetzt und kann nachgewiesen bei vielen Problemen die Gesundheit des Menschen positiv beeinflussen. Dazu gehört unter anderem die Fähigkeit des Ginseng, Stress abbauen, die Stimmung zu heben, die Leistungsfähigkeit zu erhöhen und einen gesunden Schlaf zu fördern - kurz, im Falle eines Burnout Stress zu reduzieren. Laut einer Tierstudie aus dem Jahr 1988 führte nur eine einmalige Einnahme von Panax Ginseng dazu, dass sich die Arbeitsfähigkeit um über 130 Prozent. In Tests wurde der rote Ginseng ebenfalls erfolgreich zur Stimmungsaufhellung und zur Verbesserung der mentalen Leistungsfähigkeit eingesetzt.
3. Rosenwurz
Rosenwurz ist eine sukkulente Pflanze und wird meist zwischen 5 cm bis 20 cm, seltener bis 35 cm hoch. Sie ist in Nordamerika, den arktischen Gebieten und Eurasien verbreitet. Die Pflanze mit der hübschen, gut duftenden Blüte wird in Sibirien auch die "goldene Wurzel" genannt und das nicht ohne Grund, denn die Wirkweise der Rosenwurz ist Vergleichbar mit Ginseng. Rosenwurz ist ebenfalls eine adaptogene Heilpflanze, die schon seit langem in den russischen, skandinavischen und baltischen Ländern in der Medizin als Tee oder Extrakt Verwendung findet. Mittlerweile hat Rosenwurz auch in anderen Ländern Einzug gehalten und wird auch dort zur Leistungssteigerung, bei Stresssymptomen und bei Schlafbeschwerden erfolgreich eingesetzt. Weitere Studien aus dem Jahr 2010 und 2011 zeigten, dass Rosenwurz nur in seltenen Fällen eine Wechselwirkung mit anderen Medikamenten eingeht und keine schweren Nebenwirkungen hervorruft. Dies macht Rosenwurz zu einem sicheren und natürlichen Produkt.
4. Adaptogene Pilze
Neben Pflanzen weisen auch bestimmte Pilzarten adaptogene Wirkungen auf. Shiitake, Maitake, Cordyceps und insbesondere der medizinische "Superpilz" Reishi können hier genannt werden. Sie sind zwar keine klassischen Adaptogene, verfügen aber über die adaptogene Wirkweise. Besonders Cordyceps und Reishi sind Pilze, die schon seit Jahrhunderten für medizinische Zwecke eingesetzt werden. Cordyceps ist insbesondere für seine Anti-Aging-Wirkung und seine entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt. Der Pilz kann den Alterungsprozess verlangsamen, Auswirkungen von Stress reduzieren, die Leistungsfähigkeit steigern und bei Atemwegsbeschwerden, Husten, Erkältungen und Leberschäden helfen. Im Jahr 2006 startete eine Versuchsreihe mit männlichen Teilnehmern, die sich im Alltag nicht viel bewegten und den Tag überwiegend sitzend verbrachten. Diese Probanden erhielten den Pilz in Pulverform. Nachdem durch Bewegung verursachter Stress hervorgerufen wurde, zeigte sich eine schnellere Regulierung des Stresshormons Cortisol. Gemildert durch den Pilz wurde auch die in Stresssituationen auftretende Müdigkeit. Reishi, der glänzende Lackporling, ist zwar in ganz Europa, sogar weltweit unregelmäßig verbreitet, das größte Vorkommen findet man allerdings überwiegend aus Ostasien. Im Chinesischen wird der Lackporling Ling Zhi genannt. Auf Deutsch übersetzt bedeutet es soviel wie "Geist-Pflanze". Die Chinesen haben noch andere Namen für ihren Superpilz, den "König der Heilkräuter", unter anderem "Pilz der Unsterblichkeit" oder "Pilz des langen Lebens". In der traditionellen chinesischen Medizin besitzt der Reishi den gleichen Stellenwert wie der Ginseng. Als Speisepilz ist der glänzende Lackporling nicht geeignet, er ist sehr hart und schmeckt extrem bitter. Als Nahrungsergänzungsmittel in Pulverform, als Kapsel oder traditionell als Tee dagegen ein Segen. Wie auch der Cordyceps besitzt der Reishi eine Anti-Aging-Wirkung, ist hervorragend bei Schlafproblemen und kann durch seine adaptogene Wirkung Stress reduzieren. Der schmackhafte Shiitake Pilz dürfte jedem Fan der asiatischen Küche bekannt sein. Dass er aber noch so viel mehr kann, eher wenigen. Der Shiitake Pilz gehört wegen seiner wertvollen Aminosäuren, natürlichen Antioxidantien und seiner adaptogenen Wirkung zu einer der beliebtesten und wertvollsten Pilz-Art.
5. Die Macawurzel
Maca ist ebenfalls eine der kostbaren adaptogenen Pflanzen, wie die Schlafbeere, Ginseng und Rosenwurz. Die Pflanze gehört zu der Familie der Kreuzblütlern. Heimisch ist die Pflanze in den Hochgebirgen Perus. In der Regel ist die Macawurzel hier als Lebensmittel in Form von Pulver erhältlich. Die Wurzel ist nicht nur gesund und extrem nährstoffreich, sondern schmeckt auch sehr gut. Ihre Inhaltsstoffe machen Maca so besonders. So enthält Maca im Vergleich in der gleichen Menge mehr Kalzium, als Milch. In Peru wird sie deshalb auch seit Jahrtausenden zu medizinischen Zwecken verzehrt. Mit einem hohen Eisengehalt kann Maca ebenfalls glänzen, immerhin kommt die Superwurzel auf ungefähr 15 mg Eisen pro 100 g.